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Degu-Ratgeber

Was dürfen Degus fressen? Der Degu-Ernährungsratgeber

Kurzantwort: Degus brauchen eine energiearme, rohfaserreiche Ernährung. Geeignet sind vor allem abwechslungsreiche Gräser, Kräuter, Blätter und Blüten, ergänzt durch frische Äste, wenig Sämereien, geeignetes Gemüse und jederzeit sauberes Wasser. Heu darf ständig angeboten werden. Obst, zuckerhaltige Leckerchen und gesüßte Futtermischungen gehören nicht auf den regelmäßigen Speiseplan.

Bei kaum einem Degu-Thema kursieren so viele widersprüchliche Listen wie bei der Fütterung. Ein Produkt mit einem Degu auf der Verpackung ist nicht automatisch artgerecht. Entscheidend sind Zusammensetzung, Energiegehalt und die Frage, ob das Futter die Tiere lange mit natürlicher Futtersuche und Kauen beschäftigt.

Die Grundlage: rohfaserreiche Pflanzenkost

Degus sind Pflanzenfresser. Der Ratgeber der Deguhilfe Süd nennt Blätter, Gräser, Kräuter und Blüten als zentrale Bestandteile und empfiehlt, sie möglichst frisch, aber auch getrocknet anzubieten. Dazu kommen frische Äste, wenig Sämereien, gegebenenfalls etwas Gemüse und Heu.

Eine Mischung aus unterschiedlichen geeigneten Pflanzen verhindert einseitige Auswahl. Neue Frischfutterarten führst du langsam und zunächst in kleinen Mengen ein. Sammle nur Pflanzen, die du sicher bestimmen kannst und die nicht mit Pflanzenschutzmitteln, Abgasen oder Tierkot belastet sind.

Heu und Wasser müssen verfügbar sein

Heu darf Degus jederzeit zur Verfügung stehen. Manche Tiere fressen große Mengen, andere verwenden einen Teil davon zum Nestbau. Es sollte trocken, aromatisch und frei von Schimmel oder starker Staubbelastung sein. Feuchtes oder verschmutztes Heu wird entfernt.

Thieme Tiermedizin führt Heu in seiner empfohlenen Rationszusammensetzung ausdrücklich zur freien Verfügung auf. Die strukturierte Rohfaser unterstützt Verdauung und Kauaktivität. Da Degu-Zähne kontinuierlich wachsen, ist langes Kauen ein wichtiger Teil der täglichen Routine.

Sauberes Trinkwasser muss ständig erreichbar sein. Prüfe Trinkflaschen jeden Tag auf Durchfluss und Lecks. In einer Gruppe sind mehrere Wasserstellen sinnvoll, damit weder ein Defekt noch ein dominantes Tier den Zugang blockiert.

Welche Kräuter, Blätter und Blüten eignen sich?

Die Deguhilfe Süd nennt unter anderem Haselnuss-, Apfelbaum-, Birnbaum- und Weidenblätter, Löwenzahn, Spitzwegerich, Giersch, Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Rosen- und Kornblumenblüten. Das ist keine Einladung zum wahllosen Sammeln: Verfüttere eine Pflanze nur, wenn du Art, Fundort und Eignung sicher beurteilen kannst.

Für den Einstieg ist eine transparente Mischung sinnvoll, bei der alle Bestandteile erkennbar sind. Beobachte Kot, Gewicht, Aktivität und Fressverhalten. Eine plötzliche Veränderung gehört nicht mit neuen Leckerchen überdeckt, sondern abgeklärt.

Sämereien und energiereiche Leckerchen nur sparsam

Das TVT-Merkblatt Nr. 154 führt eine geeignete Mischung aus öl- und mehlhaltigen Sämereien als täglichen Bestandteil auf. Andere Fütterungskonzepte gewichten Saaten anders. Eine einzige Mengenangabe passt daher nicht automatisch zu jedem Tier und jeder übrigen Ration. Beobachte Gewicht und Körperzustand und stimme die individuelle Ration bei Unsicherheit mit einer heimtierkundigen Tierarztpraxis ab.

Nüsse, Sonnenblumen- und Kürbiskerne sind besonders energiereich und bleiben einzelne Leckerbissen. Für Training oder Futtersuche kannst du vorzugsweise einen Teil der ohnehin eingeplanten Ration verteilen, statt zusätzliche Kalorien anzubieten.

Dürfen Degus Obst fressen?

Die konservative und leicht umsetzbare Regel lautet: kein Obst – weder frisch noch getrocknet. Der Ratgeber der Deguhilfe Süd rät wegen des Fruchtzuckers generell davon ab. Auch süße Drops, Honigstangen, Rosinen, Kekse, gezuckertes Getreide und ähnliche Nager-Snacks sind ungeeignet.

Degus gelten als besonders empfindlich gegenüber zuckerreicher Fütterung und neigen zu Störungen des Glukosestoffwechsels. Ein gelegentliches süßes Stück ist für eine ausgewogene Ernährung nicht notwendig. Verwende stattdessen geeignete Blätter, Kräuter oder einen kleinen Teil der normalen Saatenration.

Woran erkenne ich geeignetes Fertigfutter?

  • Klare Deklaration: Die Zutaten sind vollständig und verständlich aufgelistet.
  • Keine Zuckerzusätze: Meide Zucker, Honig, Melasse, Sirup und gesüßte Bestandteile.
  • Kein Obst: Auch getrocknete Früchte konzentrieren Zucker.
  • Rohfaser statt bunter Mischung: Farbige Flocken und süße Extrudate erlauben selektives Fressen.
  • Passende Ergänzung: Fertigfutter ersetzt weder frische Pflanzenvielfalt noch sauberes Wasser.

Bei Pellets beziehungsweise Nuggets unterscheiden sich die Fachquellen: Das TVT-Merkblatt Nr. 154 rät von Pellets ab. RSPCA und PDSA beschreiben dagegen kleine, abgemessene Portionen geeigneter zucker- beziehungsweise melassefreier Nuggets. Diese Unterschiede lassen sich nicht mit einer universellen Mengenangabe auflösen. Entscheidend sind das gesamte Fütterungskonzept, die konkrete Zusammensetzung sowie Alter, Gewicht und Gesundheit des Tieres; Zweifelsfälle gehören in eine heimtierkundige Tierarztpraxis.

Ein einfacher Tagesablauf

  1. Frisches Wasser bereitstellen und jede Trinkstelle prüfen.
  2. Sauberes Heu an mehreren trockenen Plätzen ergänzen.
  3. Eine abwechslungsreiche Portion geeigneter Pflanzen anbieten.
  4. Die individuell geplante Saatenmenge abmessen; energiereiche Leckerbissen nicht nach Gefühl nachfüllen.
  5. Einen Teil der Ration im Gehege verteilen oder in einer sicheren Suchaufgabe verstecken.
  6. Kontrollieren, ob wirklich jedes Tier frisst und normal kotet.

Wann muss ein Degu zum Tierarzt?

Frisst ein Degu plötzlich weniger oder gar nicht, verliert Gewicht, speichelt, lässt Futter fallen, hat feuchte Augen, verändert deutlich seine Trinkmenge oder zeigt auffälligen Kot, ist eine heimtierkundige Tierarztpraxis gefragt. Bei kleinen Pflanzenfressern kann eine Fresspause schnell ernst werden. Warte nicht darauf, dass sich das Problem durch einen Futterwechsel allein erledigt.

Wiege jedes Tier regelmäßig mit einer geeigneten Waage und notiere die Werte. In einer Gruppe kann ein zurückhaltendes Tier sonst lange unbemerkt weniger Futter aufnehmen. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung.

Für Menschen, die den Unterschied kennen

Degus sind keine Ratten – und Degu-Halter erklären das erstaunlich oft. Unser eigenes Motiv greift genau diesen Satz auf. Das passende Motiv findest du direkt darunter.

Prüfe anschließend mit dem kostenlosen Degukäfig-Rechner, ob auch der Lebensraum zur Gruppe passt, arbeite die Einrichtungs-Checkliste durch oder lerne im Ratgeber die häufigen Degu-Farben kennen.

Quellen

Quellen und Inhalt geprüft am 8. August 2026.